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Schutz für fliegende Naturjuwelen

By 5. Dezember 2022No Comments

Im Bergkirchner Moos bei Eisolzried fühlen sich an den dortigen Gräben und ihren Ufern zwei ganz besondere Bewohner sehr wohl: die Helm-Azurjungfer, eine zierliche, kleine Libelle mit wunderbarer blauer Färbung, und der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, ein eher unscheinbarer, aber in seiner Lebensweise faszinierender Schmetterling. Beide Arten sind sowohl nach deutschem als auch europäischem Recht geschützt und gehören sozusagen zu den „Naturjuwelen“ im bayerischen Kulturraum. Während die Helm-Azurjungfer klare, grundwasserbeeinflusste Gräben bevorzugt, die im Sommer gut besonnt und somit relativ warm sein müssen, findet sich der Ameisenbläuling an den Grabenrändern. Dort steht die einzige Nahrungspflanze seines Nachwuchses, nämlich der Große Wiesenknopf. Haben sich seine Raupen an den tiefroten Blüten der Pflanze aus der Familie der Rosengewächse sattgefressen, lassen sie sich auf den Erdboden fallen und werden dort dank raffinierter Duftstoffe von Ameisen adoptiert, in deren Bau sie den Winter sicher und gut versorgt verbringen.

Schon länger ist bekannt, dass der Schmetterling im Bergkirchner Moos zu finden ist. Die Helm-Azurjungfer allerdings wurde dort erst vor zwei Jahren durch Sebastian Böhm, Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbands Dachau, entdeckt.

Da nur wenige Exemplare des Ameisenbläulings als auch der Helm-Azurjungfer gefunden wurden, initiierte der Landschaftspflegeverband im Sommer 2022 ein Treffen zwischen der Gemeinde Bergkirchen als Grundeigentümerin, dem örtlichen Wasser- und Bodenverband, welcher für die Pflege der Gräben zuständig ist, sowie der Unteren Naturschutzbehörde. Sofort waren sich die Teilnehmer einig, zeitnah mit den Maßnahmen entlang der Gräben zu beginnen.

Und bereits in diesem Herbst wurden in Abschnitten mit besonders dicht aufgewachsenen Gehölzen Sträucher entnommen und die Grabenränder mit einem speziellen Mähkorb gemäht, welcher verhindert, dass beim Schnitt das Pflanzenmaterial ins Gewässer gelangt.

So bleiben die Fortpflanzungsgewässer der Helm-Azurjungfer gut besonnt und zugleich finden sich an den Ufern optimale Wachstumsbedingungen für den Wiesenknopf, damit sich der Ameisenbläuling weiterhin erfolgreich vermehren kann. Im nächsten Sommer, wenn sowohl Libelle als auch Schmetterling wieder aktiv sind, begutachten die Projektbeteiligten die Wirkung der bisherigen Pflegemaßnahmen entlang der Gewässer.

Helm-Azurjungfer